
Naturschutz bewegt bereits 15 Prozent der Menschen in Deutschland zum aktiven Engagement, und fast jede:r Fünfte möchte künftig mitmachen. Die Zahlen zeigen: Der Wille ist da, besonders wenn es um konkrete Vor-Ort-Aktionen geht. Erfolgreiche Projekte wie die Wiederherstellung von über 5.300 Hektar Moor beweisen, was gemeinsames Anpacken bewirken kann.
In diesem Artikel zeigen wir Ihnen verschiedene Wege, sich im Naturschutz zu engagieren: von Landschaftspflege über Naturschutz und Landschaftsplanung bis zu Naturschutz Jobs. Sie erfahren, wie Sie über den BUND Naturschutz oder die Stiftung Naturschutz Berlin das passende Projekt finden und Naturschutz mit Hand und Herz betreiben können.
Warum praktischer Naturschutz heute wichtiger denn je ist
Der Verlust der Artenvielfalt in Deutschland
60 Prozent der 93 untersuchten Lebensraumtypen befinden sich in Deutschland in einem schlechten Zustand. Besonders dramatisch zeigt sich die Situation im Grünland, wo ehemals artenreiche Äcker verschwinden, sowie in Mooren, Moorwäldern, Sümpfen und Quellen. 10.000 Arten sind nachweislich bestandsgefährdet, wobei Insekten, Weichtiere und Pflanzen am stärksten betroffen sind.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Ein Drittel aller untersuchten Arten ist in seinen Beständen gefährdet. Von etwa 72.000 in Deutschland einheimischen Tier-, Pflanzen- und Pilzarten wurden bislang rund 40 Prozent auf ihre Gefährdung hin untersucht. Die Intensivierung der Landwirtschaft wirkt sich negativ auf fast alle Lebensräume aus, nicht nur auf das Agrar- und Offenland. Mehr als die Hälfte der Meeres- und Küstenlebensraumtypen der Nord- und Ostsee sind langfristig gefährdet.
Die aktuelle Lage macht deutlich: Ohne erhebliche zusätzliche Anstrengungen im Naturschutz können die Ziele für 2030 nicht erreicht werden. Der Teilindikator Agrarland liegt mit 77 Prozent noch weit vom Zielbereich entfernt, ebenso Küsten und Meere mit 79 Prozent.
Lokale Projekte mit messbarer Wirkung
Dennoch zeigen Naturschutzmaßnahmen dort, wo sie konsequent umgesetzt werden, erfreuliche Resultate. Das Wiesenvogelschutz-Projekt im Bremer Blockland feierte 2025 sein 20-jähriges Jubiläum mit beeindruckenden Ergebnissen: Aus rund 250 Brutpaaren im Jahr 2005 sind inzwischen fast 800 geworden. Gemeinsam mit engagierten Landwirt*innen sorgt der BUND Bremen dafür, dass Wiesenvögel sichere Brutplätze und bessere Lebensräume finden. Neue Techniken wie Wärmebild-Drohnen helfen dabei, die Tiere noch besser zu schützen.
Die Europäische Wildkatze erobert Stück für Stück ihren Lebensraum zurück. Besonders erfreulich sind die Funde im Siebengebirge, wo deutlich mehr Wildkatzen leben als erwartet. Das LIFE Peat Restore-Projekt hat in fünf EU-Ländern auf über 5.300 Hektar Moor wiederhergestellt, wodurch gesunde Lebensräume neu entstehen.
Am Grünen Band sicherte der BUND 2025 im Projekt «Quervernetzung» 110 Hektar wertvolle Biotopflächen. Über 1.300 Hektar am Grünen Band befinden sich nun im Eigentum des BUND. Für den Schutz von Wiesenvögeln wurden 700 Hektar Grünflächen verbessert, und 530 neue Biotopstrukturen wie Kleingewässer, Brutinseln und Fischadlerhorste bieten bedrohten Arten einen neuen Lebensraum.
Was engagierte Menschen im Naturschutz erreichen können
Tatsächlich zeigt sich: Lokale Naturschutzmaßnahmen funktionieren und sind sinnvoll. Bundesweit engagierten sich seit Projektbeginn mehr als 1.090 Freiwillige für das Projekt «Wildkatzenwälder von morgen», pflanzten Bäume und schufen Lebensräume. Im Kanton Aargau hat die Fachstelle Naturschutz mittels Beratung und finanzieller Unterstützung der Gemeinden rund 600 neue Naturschutzprojekte auf kommunaler Stufe ausgelöst.
Der Kanton sicherte mit Bewirtschaftungsverträgen über 2.400 Hektar blumenreiche Wiesen, Hecken, Hochstammobstbäume und weitere artenreiche Lebensräume. Mindestens 15 verbreitete Brutvogelarten sind seit 1996 wieder häufiger geworden, darunter Feldsperling, Elster und Distelfink.
Die Studie macht sehr deutlich, dass Naturschutzmaßnahmen durchaus etwas bringen, wenn man sie nur durchführt. Naturschutz funktioniert oft punktuell sehr gut, wenn er mit der nötigen Sorgfalt und Fachkenntnis umgesetzt wird. Diese Erfolge zeigen: Wir können es schaffen, denn wir lernen immer besser, was funktioniert und was noch getan werden muss.
Verschiedene Wege, sich im Naturschutz zu engagieren
Wer sich für naturschutz einsetzen will, findet ganz unterschiedliche Zugänge zum praktischen Engagement. Die Bandbreite reicht von körperlicher Arbeit in der Natur bis zur strategischen Planung am Schreibtisch.
Vor-Ort-Aktionen: Landschaftspflege und Biotoppflege
Der direkteste Weg führt über praktische Einsätze im Gelände. Freiwillige mähen Trockenwiesen und Moore, entbuschen verwilderte Flächen oder pflegen Hecken und Streuobstwiesen. In der Nationalparkregion Sächsische Schweiz leisteten Naturschutzhelfer allein 2024 rund 6.000 Stunden, während Freiwillige zusätzlich 8.000 Stunden bei Pflanzungen und anderen Arbeiten einbrachten. Über 100 ehrenamtliche Naturschutzhelfer unterstützen dort die Ranger bei Öffentlichkeitsarbeit und Besucherbetreuung.
Dabei braucht niemand Biologe zu sein. Die Tätigkeiten erfordern oft handwerkliches Geschick und Teamgeist, weniger Fachwissen. Trockenmauern bauen, Wildheuen, Regenerationsmaßnahmen in Hochmooren durchführen oder Kastanienselven pflegen gehören zum Spektrum der Aufgaben. Gleichzeitig lernen Freiwillige vor Ort viel über Ökologie und arbeiten unter freiem Himmel in ganz unterschiedlichen Regionen.
Citizen Science: Daten sammeln für die Forschung
Bürgerwissenschaft ermöglicht einen anderen Zugang zum naturschutz. In Europa stammen mittlerweile 70 bis 80 Prozent der Biodiversitätsdaten von außerhalb der Universitäten. Das Projekt VielFalterGarten in Leipzig zeigte, wie wertvoll diese Arbeit ist: 420 Bürgerinnen und Bürger halfen der Doktorandin Andrea Büermann, Schmetterlinge zu erfassen. Mit einer speziellen App dokumentierten sie 15 Minuten lang alle Falter, die ihnen begegneten.
Solche Projekte liefern Daten, die ohne Mithilfe der Bevölkerung nicht erfassbar wären. Das Museum für Naturkunde Berlin sammelte im Projekt «Forschungsfall Nachtigall» über 3.000 Teilnehmende europaweit mehr als 8.000 Stunden Nachtigallgesang. Die Aufnahmen erwiesen sich als qualitativ ausreichend für bioakustische Analysen. Insbesondere bei gut sichtbaren Arten wie Schmetterlingen, Vögeln oder Blütenpflanzen funktioniert Citizen Science hervorragend, weil viele Menschen diese Tiere gerne beobachten.
Naturschutz und Landschaftsplanung: Konzepte entwickeln
Landschaftsplanung stellt die vorsorgende Fachplanung des naturschutz dar. Sie umfasst formelle Planwerke wie Landschaftsprogramme, Landschaftsrahmenpläne und Grünordnungspläne ebenso wie informelle Konzepte. Das Bundesamt für Naturschutz stellt Konzepte und Methoden für Landschaftsplanung, Arten- oder Gebietsschutz bereit und berät bei der Umsetzung.
Dabei geht es um mehr als Schutz bestehender Landschaften. Neben dem Erhalt wertvoller Bestandteile zählen die aktive Gestaltung und nachhaltige Entwicklung von Landschaften zu den Aufgaben, mitunter sogar die völlige Umgestaltung von Flächen wie bei der Rekultivierung von Rohstoffabbaugebieten. Landschaftsplanung erarbeitet Informations- und Bewertungsgrundlagen, auf deren Basis Entscheidungen über Kompensationsmaßnahmen getroffen werden.
Administrative Unterstützung und Öffentlichkeitsarbeit
Jeder Verein benötigt administrative Tätigkeiten, um funktionieren zu können. Neben Planung und Organisation verschiedener Projekte unterliegen Naturschutzgruppen administrativen und rechtlichen Vorgaben aus BGB, Vereinsrecht und Steuerrecht. Damit die Freude am naturschutz mit hand und herz nicht in Überlastung mündet, verteilen erfolgreiche Gruppen die vielfältigen Aufgaben auf viele Schultern.
Öffentlichkeitsarbeit bildet dabei einen besonders wichtigen Baustein. Viele Naturschutzvorhaben hängen von hoher Akzeptanz in der Bevölkerung ab. Nur mit Unterstützung vor Ort entsteht echter Mehrgewinn für alle Beteiligten. Wertschätzende und transparente Kommunikation bildet die Voraussetzung, um Einstellungen oder Verhaltensweisen bei Menschen zu ändern. Die Instrumente reichen von Informationskampagnen und Umweltbildung bis zu Pressearbeit und Social Media, wobei stets darauf geachtet werden sollte, nicht ausschließlich Fachwissen zu vermitteln, sondern auch kulturelle sowie sozio-ökonomische Aspekte zu beachten.

Erfolgreiche Naturschutzprojekte in der Praxis
Konkrete Projekte zeigen, wie naturschutz mit hand und herz funktioniert und messbare Erfolge erzielt. Von wiedervernässten Mooren bis zu urbanen Gärten entstehen Lebensräume, die Arten schützen und gleichzeitig das Klima stabilisieren.
Moorwiederherstellung: Lebensräume schaffen und Klima schützen
Die Nationale Moorschutzstrategie verfolgt das Ziel, die jährlichen Treibhausgasemissionen aus Moorböden bis 2030 um mindestens fünf Millionen Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente zu senken. Entwässerte Moore setzen erhebliche Mengen an Treibhausgasen frei, wenn sie land- oder forstwirtschaftlich genutzt werden. Im Zentrum steht die Wiedervernässung von trockengelegten Mooren sowie ihre klimaverträgliche Nutzung mit langfristiger Perspektive.
Nasse Moore dienen als Lebensraum für hochspezialisierte und gefährdete Tier- und Pflanzenarten. Dabei erfüllen sie durch ihre Wasserspeicherkapazität wichtige Funktionen als Temperatur- und Feuchtigkeitsregulatoren. Das LIFE Peat Restore-Projekt hat in fünf EU-Ländern auf über 5.300 Hektar Moor wiederhergestellt, wobei gesunde Lebensräume entstehen, die langfristig Kohlenstoff binden.
Die praktische Umsetzung beginnt mit dem Verfüllen ehemaliger Entwässerungsgräben, um den Wasserhaushalt zu stabilisieren. Das Entfernen von Fichten, die große Mengen Wasser benötigen, erhöht die Wasserverfügbarkeit zusätzlich. Der Bau von Dämmen und Senken erweitert den Wasserspeicher des Moores.
Vogelschutz: Zugvögel und heimische Arten bewahren
Die Bestände zahlreicher Vogelarten, insbesondere in der Agrarlandschaft, sind in den vergangenen Jahrzehnten drastisch zurückgegangen. Braunkehlchen, Feldlerche, Kiebitz und Star finden durch intensive Landwirtschaft und Klimawandel keine geeigneten Lebensräume mehr. Rund 50 Milliarden Zugvögel legen zweimal im Jahr Tausende von Kilometern zurück, wobei große Feuchtgebiete und Flussniederungen wichtige Rastplätze darstellen.
Streuobstwiesen bilden ein Paradies für Wildvögel sowie Insekten. Sie bieten wichtige Lebens- und Nahrungsräume für bedrohte Arten wie Halsbandschnäpper, Wendehals und Steinkauz. Das bayerische Umweltministerium fördert bis 2035 mehrjährige Streuobst-Großprojekte, bei denen tausende Bäume gepflanzt und ökologisch wertvolle Streuobstwiesen gepflegt werden.
Privatpersonen können Nistkästen anbringen, da geeignete Nistplätze mittlerweile Mangelware sind. Auch große Fensterflächen sollten für Vögel sichtbar gemacht werden. Naturnahe Gärten mit heimischen Pflanzen bieten Unterschlupf und eine große Auswahl an Samen sowie Beeren.
Gemeindebasierte Waldschutzprojekte
An der mittleren Elbe gelang es dem WWF Deutschland, über 1.500 Hektar Auenwälder zu bewahren. Hier brüten etwa 135 Vogelarten, darunter See- und Fischadler, Trauerseeschwalben und Schwarzstörche. Mehr als 700 Schmetterlingsarten haben Forscher gezählt. Ein Deich wurde rückverlegt, sodass das Hochwasser der Elbe ein Gebiet von 600 Hektar wieder natürlich überfluten kann.
Das BOSNI-Projekt des WWF in Bolivien begann 2010 als kleine Initiative für Schulkinder. Inzwischen beteiligen sich landesweit 22 Schulen. Die BOSNI-Lehrmethode ist mittlerweile ein Unterrichtsfach an allen bolivianischen Schulen geworden.
Urban Gardening und Streuobstwiesen in der Stadt
Der bund naturschutz in Nürnberg pflegt mit dem Colleggarten, dem Heilkräutergarten am Hallertor und dem Sebalder Hofgärtchen gleich drei grüne Oasen. Beim Projekt «Auf der Mauer» pflanzen, pflegen und ernten Grundschüler Essbares direkt an der Nürnberger Stadtmauer.
Das bayerische Staatsministerium hat das Ziel ausgegeben, in den nächsten zehn Jahren eine Million Obstbäume zu pflanzen. Gefördert werden hochstämmige Bäume, die mindestens 140 Zentimeter Stammhöhe aufweisen. Im Landkreis Lindau liegt der Verlust an Streuobstbäumen pro Jahr bei rund 700 Stück, weshalb Schulungen von Streuobstbesitzern und die Akquise von Neupflanzungen im Vordergrund stehen.
Naturschutz mit Hand und Herz: So finden Sie das passende Projekt
Die richtige Anlaufstelle macht den Einstieg ins Engagement deutlich einfacher. Bundesweit existieren Strukturen, die Menschen mit passenden Projekten zusammenbringen und dabei unterschiedliche Interessen berücksichtigen.
Regionale Naturschutzorganisationen und der BUND Naturschutz
Rund 85.000 Ehrenamtliche engagieren sich beim NABU und leisten jährlich etwa drei Millionen Stunden uneigennützige Arbeit. Diese Freiwilligen sind in etwa 2.000 NABU-Gliederungen organisiert. Die Arbeit richtet sich nach den Kompetenzen und Möglichkeiten der Engagierten vor Ort, sodass sich für alle Interessierten etwas findet. Dabei sind Vorkenntnisse keine Voraussetzung für ein Engagement im naturschutz.
Der bund naturschutz zählt mit rund 270.000 Mitgliedern und Förderern zu den größten Umweltschutzverbänden Bayerns. In über 500 Gruppen sind Aktive in allen Landkreisen für Mensch und Natur im Einsatz. Die BN-Gruppen pflegen Biotope wie Streuobstwiesen, Moorflächen oder Auen. Jedes Frühjahr findet Bayerns größte Artenschutzaktion zur Rettung von wandernden Amphibien statt.
Online-Plattformen für Engagement-Möglichkeiten
GoNature hat einen zentralen digitalen Anlaufpunkt für Engagement im naturschutz geschaffen. Als Metaplattform bündelt es Informationen von großen Naturschutzverbänden bis zu kleineren Naturschutzinitiativen. Interessierte können sich multimedial inspirieren lassen und zielgenau Projekte finden, die zeitlich flexibel sind und zu persönlichen Präferenzen passen.
Auf vostel.de findet sich eine große Auswahl an Projekten im Bereich Klima- und naturschutz. Die Projekte sind nach Ort, Zeitaufwand und Tätigkeitsfeld filterbar. Das Spektrum reicht von einmaligen Cleanup-Aktionen über regelmäßige Naturpflege bis hin zu Umweltbildung für Kinder.
Naturschutz Jobs und ehrenamtliche Tätigkeiten
In der NABU-Jobbörse finden sich zahlreiche Stellenangebote in verschiedensten Tätigkeitsbereichen. Die NABU-Termindatenbank bietet eine große Auswahl an Exkursionen, Führungen und Pflegeeinsätzen für einmalige Naturschutzerlebnisse. Während eines Freiwilligendienstes erhalten Menschen spannende Einblicke, Bildungsangebote, ein Taschengeld und Sozialversicherungsleistungen. Engagement im NABU funktioniert auch ohne Mitgliedschaft.
Zeitaufwand realistisch einschätzen
Ein einmaliger Cleanup ist genauso wertvoll wie ein wöchentliches Engagement, solange es zum Alltag passt. Die Ehrenamtlichen entscheiden selbst, in welchem Aufgabengebiet sie sich engagieren und wie viel Zeit sie investieren können und wollen. In der Gestaltung ihres Engagements sind sie größtenteils frei.
Unterstützung und Fördermöglichkeiten für Naturschutzprojekte
Finanzierung bildet oft die größte Hürde für ambitionierte Naturschutzprojekte. Glücklicherweise existieren bundesweit zahlreiche Förderquellen, die von Stiftungen über öffentliche Mittel bis zu modernen Crowdfunding-Ansätzen reichen.
Stiftungen für Umwelt- und Naturschutzprojekte
Rund 1.800 Stiftungen in Deutschland widmen sich dem Schwerpunkt Umwelt, Naturschutz und regionaler Entwicklung. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt hat seit ihrer Gründung mehr als 8.300 Projekte mit über 1,5 Milliarden Euro unterstützt. Dabei konzentriert sie sich auf innovative beispielhafte Projekte zum Umweltschutz unter besonderer Berücksichtigung der mittelständischen Wirtschaft.
Kleinere Stiftungen wie die Andrea von Braun Stiftung fördern interdisziplinäre Projekte in ökologischen Grenzgebieten wie Mooren, Mangrovenwäldern und Wattenmeeren. Die Dr. Jürgen Rembold Stiftung vergibt Fördersummen bis maximal 5.000 Euro für regionale Projekte, die bürgerschaftliches Engagement stärken. Antragstellung funktioniert dort unbürokratisch per E-Mail.
Die Stiftung Naturschutz Berlin und andere regionale Förderer
Die stiftung naturschutz berlin vergibt Projektförderungen für Maßnahmen zum Erhalt der natürlichen Umwelt und Lebensgrundlagen in Berlin. Förderungen bis maximal 1.000 Euro mit einer Laufzeit von bis zu einem Jahr können im vereinfachten Verfahren beantragt werden. Größere Projekte erfordern einen ausführlichen Kosten- und Finanzierungsplan.
Bayern unterstützt besonders naturverträgliche Bewirtschaftung ökologisch wertvoller Flächen über das Vertragsnaturschutzprogramm. Nach den Beschlüssen zur Umsetzung des Volksbegehrens «Artenvielfalt und Naturschönheit in Bayern» wurden die Fördermittel ausgeweitet.
Verbändeförderung und öffentliche Mittel
Jährlich werden im Rahmen der Verbändeförderung Zuschüsse für Projekte von Verbänden in Höhe von 4,45 Millionen Euro gewährt. Davon entfallen 0,7 Millionen Euro auf den naturschutz. Die maximale Förderhöhe beträgt 75.000 Euro pro Jahr bei einer Förderdauer von in der Regel 24 Monaten.
Crowdfunding und Spendenaktionen für lokale Initiativen
EcoCrowd bietet als Deutschlands erste Crowdfunding-Plattform für nachhaltige Projekte die Möglichkeit, benötigte Mittel online zu sammeln. Alle Projekte werden von Experten der Deutschen Umweltstiftung ausgewählt und persönlich begleitet. AgoraNatura funktioniert als unabhängige Vermittlungsplattform, die engagierte Betriebe mit Projekt-Anbietern zusammenbringt. Bei der Baden-Württemberg Stiftung verdoppelte diese jeden gespendeten Euro bis zu einem Höchstbetrag von 25.000 Euro pro Projekt. Alle 17 gestarteten Projekte für Klimaschutz und Artenvielfalt erreichten ihre Finanzierungsziele, wobei mehr als 700 Personen insgesamt 285.684 Euro sammelten.

Schlussfolgerung
Naturschutz braucht Menschen, die anpacken, und die Möglichkeiten dazu sind vielfältiger als je zuvor. Ob Sie Landschaftspflege mit eigenen Händen betreiben, Daten für Citizen-Science-Projekte sammeln oder administrative Unterstützung leisten möchten – für jedes Interesse und jeden Zeitrahmen existiert das passende Projekt. Die Erfolge sprechen für sich: wiederhergestellte Moore, wachsende Vogelpopulationen und geschützte Wälder beweisen, dass Engagement tatsächlich etwas bewegt. Plattformen wie GoNature, der bund naturschutz und die stiftung naturschutz berlin machen den Einstieg leicht. Fördermittel stehen bereit, damit aus Ihrer Idee Realität wird. Consequently müssen Sie nur den ersten Schritt machen – die Natur wartet auf Ihre Unterstützung.
FAQs
Q1. Was versteht man unter praktischen Naturschutzmaßnahmen? Praktische Naturschutzmaßnahmen umfassen konkrete Aktionen wie Landschaftspflege, Biotoppflege, Moorwiederherstellung oder das Anlegen von Streuobstwiesen. Dazu gehören auch Tätigkeiten wie das Mähen von Trockenwiesen, Entbuschen verwilderter Flächen, Pflanzungen von Bäumen oder der Bau von Nistkästen für bedrohte Vogelarten. Diese Maßnahmen schaffen messbare Erfolge für den Artenschutz und die Wiederherstellung von Lebensräumen.
Q2. Welche Möglichkeiten gibt es, sich im Naturschutz zu engagieren? Es gibt vielfältige Wege: Vor-Ort-Aktionen wie Landschaftspflege, Citizen Science zur Datensammlung für die Forschung, Mitarbeit in der Naturschutz- und Landschaftsplanung sowie administrative Unterstützung und Öffentlichkeitsarbeit. Dabei sind keine Vorkenntnisse erforderlich – jeder kann entsprechend seiner Interessen und verfügbaren Zeit beitragen, ob einmalig bei einer Cleanup-Aktion oder regelmäßig in einer lokalen Naturschutzgruppe.
Q3. Welche erfolgreichen Naturschutzprojekte gibt es in Deutschland? Zu den erfolgreichen Projekten zählen die Wiederherstellung von über 5.300 Hektar Moor, das Wiesenvogelschutz-Projekt im Bremer Blockland mit fast 800 Brutpaaren, die Sicherung von über 1.300 Hektar am Grünen Band sowie Urban-Gardening-Initiativen in Städten. Auch die Rückkehr der Europäischen Wildkatze und die Pflege von Streuobstwiesen zeigen, dass konsequent umgesetzte Maßnahmen messbare Erfolge erzielen.
Q4. Wo finde ich passende Naturschutzprojekte in meiner Region? Regionale Naturschutzorganisationen wie der NABU mit etwa 2.000 Gliederungen oder der BUND Naturschutz mit über 500 Gruppen bieten zahlreiche Möglichkeiten. Online-Plattformen wie GoNature oder vostel.de bündeln Projekte nach Ort, Zeitaufwand und Tätigkeitsfeld. Auch die Stiftung Naturschutz Berlin und andere regionale Förderer vermitteln Engagement-Möglichkeiten für verschiedene Interessen und Zeitbudgets.
Q5. Welche Fördermöglichkeiten gibt es für Naturschutzprojekte? Naturschutzprojekte können durch verschiedene Quellen finanziert werden: Rund 1.800 Umweltstiftungen in Deutschland, darunter die Deutsche Bundesstiftung Umwelt mit über 1,5 Milliarden Euro Fördervolumen, regionale Förderer wie die Stiftung Naturschutz Berlin, öffentliche Verbändeförderung mit jährlich 4,45 Millionen Euro sowie moderne Crowdfunding-Plattformen wie EcoCrowd. Die Fördersummen reichen von kleinen Beträgen bis zu 75.000 Euro pro Jahr.